Die voraussichtlich 4 m lange Rakete, genannt HEROS (Hybrid Experimental ROcket Stuttgart) soll dabei von einem Hybridraketentriebwerk angetrieben werden, wo der Oxidator flüssig und der Treibstoff fest ist und dadurch eine relativ sichere Triebwerksart darstellen. Als Treibstoff soll Paraffinwachs zum Einsatz kommen, welches aktuell von großem Forschungsinteresse bei Hybridtriebwerken ist. Als Oxidator soll flüssiges Lachgas benutzt werden, welches relativ einfach zu handhaben und sicher ist. Im Laufe des Projektes sind auch zwei Demonstratoren geplant, ein kleiner Raketen-Demonstrator zum Testen von Startoperationen und eine Subscaleversion vom Flugtriebwerk um Skalierungseffekte zu untersuchen. Die Triebwerke sollen dabei beim DLR Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen getestet werden. Der Start der Rakete soll 2015 von Kiruna in Schweden erfolgen, von wo auch andere europäische Höhenforschungsraketen fliegen.
Entwickeln, Bauen und Fliegen Die Studenten müssen innerhalb dieses Projekts alle Systeme der Rakete und der Startanlage selber konstruieren. Dazu gehören Triebwerk, Aerodynamik, Struktur, Betankungsanlage, Bergungssystem, Elektronik und vieles mehr. Neben den technischen Herausforderungen werden aber auch Projektmanagement, Logistik, Einkauf und Dokumentation des Projekts gefordert. Angebote müssen eingeholt und Teile und Komponenten bei Firmen bestellt werden. Außerdem sollen 5 „Reviews“ absolviert werden. Bei diesen Reviews, welche unter anderem beim DLR Lampoldshausen und der Mobilen Raketenbasis (MORABA) des DLR abgehalten werden, wird der technische und programmatische Fortschritt präsentiert und das Vorhaben auf Risiken und Probleme hin geprüft. Die so erlernten Fähigkeiten werden den Studenten auch in der späteren Arbeit in der Raumfahrt hilfreich sein.
Bisherige Erfahrungen in Stuttgart Das Projekt baut auf bisherigen Erfahrungen der Studentengruppe Hybrid Engine Development (kurz HyEnD) auf, welche seit 2006 als Nachwuchsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) an der Uni Stuttgart erfolgreich an Hybridtriebwerken arbeitet. Ergebnisse wurden unter anderem bereits auf der Space Propulsion 2012 Konferenz in Bordeaux und auf dem Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress 2009 und 2012 präsentiert. Die Triebwerkstests werden seit letztem Jahr beim DLR Lampoldshausen durchgeführt, wo auch ein studentisches Testfeld für solche Versuche gebaut wird.